Ich erinnere mich noch ziemlich gut an die Zeit, in der ich eigentlich dachte, ich mache alles ziemlich vernünftig. Ich habe auf meine Ernährung geachtet, viel selbst gekocht, mich informiert, Dinge ausprobiert, die man halt so macht, wenn man das Gefühl hat, man müsste seinem Körper jetzt „endlich mal helfen“.
Und trotzdem war da immer dieses leise Gefühl, dass irgendetwas nicht so richtig passt. Mein Bauch war oft aufgebläht, meine Energie eher so… na ja, ausbaufähig, und ich hatte ständig das Gefühl, mein Körper ist irgendwie beschäftigt – nur nicht damit, mir wirklich Energie zu geben.
Was ich damals noch nicht verstanden habe: Es lag gar nicht daran, dass ich „falsch“ gegessen habe. Es lag eher daran, dass das, was ich gegessen habe, einfach nicht wirklich zu mir gepasst hat.
Und das war ehrlicherweise ein Gedanke, der erstmal ein bisschen unbequem war. Weil man sich ja doch ganz gern an diesem Gefühl festhält: „Ich mache das doch eigentlich schon ganz gut.“
Ich habe lange geglaubt, dass es so eine Art allgemeingültiges „gesund“ gibt, an dem man sich orientieren kann. Viel Gemüse, wenig Zucker, möglichst clean – die Klassiker eben. Und klar, das ist auch nicht falsch. Aber es ist eben auch nicht automatisch richtig. Zumindest nicht für jeden Körper.
Der Punkt, an dem sich bei mir wirklich etwas verändert hat, war der Moment, in dem ich angefangen habe, meine Ernährung nicht mehr nur nach „gesund oder ungesund“ zu bewerten, sondern danach, wie mein Körper tatsächlich darauf reagiert.
Ich habe angefangen, meine Makronährstoffe anders zu verteilen, Dinge auszuprobieren, wieder zu verändern, nochmal hinzuschauen – und mir vor allem erlaubt, von diesem „so sollte man essen“ ein Stück wegzugehen.
Und ganz ehrlich: Das war am Anfang gar nicht so leicht. Weil man sich dabei auch ein bisschen von Gewohnheiten verabschieden muss, die man lange für richtig gehalten hat.
Aber genau da wurde es spannend.
Es wurde nicht von heute auf morgen perfekt, aber es wurde ruhiger. Mein Bauch hat sich entspannt, dieses typische „Ich hab gegessen und bin jetzt irgendwie platt“-Gefühl wurde weniger, und meine Energie war plötzlich nicht mehr so sprunghaft.
So ein bisschen, als würde der Körper sagen: „Ah, okay… so können wir arbeiten.“
Was in dem Zusammenhang für mich fast noch wichtiger war, ist der Darm. Auch so ein Thema, über das man früher eher nicht beim Kaffee gesprochen hat – und heute denkt man sich: hätte ich das mal früher ernst genommen.
Mir war zwar theoretisch klar, dass ein großer Teil unseres Immunsystems im Darm sitzt , aber so richtig verstanden habe ich das erst, als ich angefangen habe, gezielt daran zu arbeiten.
Denn das bedeutet ja im Umkehrschluss: Alles, was wir essen, ist nicht nur „Essen“, sondern auch immer eine Art Information für unseren Körper. Und je nachdem, wie gut das passt, reagiert er eben… entspannt oder gestresst.
Als ich angefangen habe, meinen Darm bewusst zu unterstützen und gleichzeitig die Lebensmittel wegzulassen, die für mich persönlich einfach nicht gut funktioniert haben, hat sich mein gesamtes Körpergefühl verändert. Es war nicht mehr dieses ständige Reagieren, sondern eher ein Gefühl von Stabilität.
Und was mir im Nachhinein wirklich viel Druck genommen hat: zu verstehen, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt.
Es gibt unterschiedliche Konstitutionstypen – manche reagieren stärker über den Darm, andere über Stress oder Nährstoffe . Und wenn man das nicht berücksichtigt, kann man sich noch so viel Mühe geben und hat trotzdem das Gefühl, man kommt nicht wirklich weiter.
Die hormonelle Unterstützung kam bei mir erst später dazu und hat definitiv nochmal etwas verändert. Aber rückblickend kann ich ganz klar sagen: Die Basis war das Entscheidende. Ohne die Anpassung meiner Ernährung und den Aufbau meines Darms hätte das allein wahrscheinlich nicht den gleichen Effekt gehabt.
Wenn ich heute darauf zurückblicke, dann war mein größter Game Changer nicht eine einzelne Maßnahme, sondern ein Perspektivwechsel. Weg von „Was ist allgemein gesund?“ hin zu „Was funktioniert für mich?“
Und vielleicht ist genau das auch ein Gedanke, den du für dich mal mitnehmen kannst. Nicht im Sinne von „du musst jetzt alles umstellen“, sondern eher als Einladung, ein bisschen neugieriger auf deinen eigenen Körper zu schauen.
Oft zeigt er nämlich ziemlich deutlich, was passt – man muss ihm nur ein kleines bisschen mehr Aufmerksamkeit schenken.