Viele Frauen mit Hashimoto kennen dieses Gefühl: Man beschäftigt sich mit Ernährung, lässt Laborwerte kontrollieren, nimmt Nahrungsergänzungen, versucht sich mehr zu bewegen und möchte möglichst vieles „richtig“ machen.

Und irgendwann wird sogar Gesundheit zum nächsten Punkt auf der To-do-Liste.

Dabei wird ein Bereich leicht übersehen: unser Nervensystem.

Unser Körper braucht nicht nur Nährstoffe und Bewegung. Er braucht auch einen Rhythmus aus Aktivität und Regeneration. Phasen, in denen wir leisten und gefordert sind, gehören zum Leben. Entscheidend ist aber auch, dass wir zwischendurch wieder herunterfahren können.

Gerade Frauen erzählen mir häufig, dass sie eigentlich müde sind und trotzdem nicht abschalten können. Der Kopf läuft weiter, der Körper bleibt angespannt und selbst in Ruhe fühlt es sich an, als wäre innerlich noch irgendwo der Motor an.

Hashimoto ganzheitlich zu betrachten heißt für mich deshalb auch: Wie geht es dem Menschen hinter den Laborwerten?

Natürlich gehören Schilddrüsenwerte dazu. Aber ich möchte genauso wissen: Wie schläfst du? Wie sieht deine Energie über den Tag aus? Wie viel Verantwortung trägst du gerade? Gibt es überhaupt noch Momente, in denen du nichts leisten musst?

Denn unser Nervensystem steht nicht getrennt neben dem Hormonsystem. Stressreaktionen beeinflussen unter anderem Schlaf, Appetit, Blutzuckerregulation und unser gesamtes Empfinden. Deshalb lohnt es sich, neben Ernährung und Stoffwechsel auch darauf zu schauen, wie viel Regulation der Körper im Alltag eigentlich leisten muss.

Und dabei müssen es nicht immer große Veränderungen sein.

Manchmal ist es ein Spaziergang ohne Handy. Ein paar ruhige Atemzüge, bevor man die nächste Aufgabe beginnt. Regelmäßiger zu essen. Morgens Tageslicht zu bekommen. Oder sich selbst ganz bewusst für ein paar Minuten zu berühren, statt den Körper nur dann wahrzunehmen, wenn irgendwo etwas nicht funktioniert.

Berührung kann ein kleiner Gegenpol zum Funktionieren sein

Genau deshalb mag ich auch die sanfte Schilddrüsenmassage als Selbstfürsorge-Element so gerne. Nicht als Versprechen, damit Hashimoto „wegzumassieren“, sondern als einfachen Moment der Körperwahrnehmung: Hände an den Hals, bewusst atmen, langsamer werden und dem Körper Aufmerksamkeit schenken.

Denn manchmal brauchen wir nicht die nächste Optimierung.

Manchmal brauchen wir einen Moment, in dem wir wieder merken: Da bin ja auch noch ich.

Aus diesem Gedanken ist auch unsere Veranstaltung „HAUT – Samt & Seele“ entstanden. Am 24. Oktober 2026 von 11 bis 15 Uhr in Schenefeld dreht sich ein Samstag um Haut, Nervensystem, weibliches Wohlbefinden und einfache Anwendungen, die du anschließend auch zu Hause nutzen kannst. Ich selbst zeige dort die Schilddrüsenmassage; außerdem kannst du Körper-Balance, Meridian-Anwendungen und verschiedene Pflegeprodukte kennenlernen.

Wenn du aus Hamburg, Schenefeld oder Umgebung kommst, freue ich mich sehr, wenn wir uns dort persönlich kennenlernen oder wiedersehen. Die Anmeldung ist bis zum 16. Oktober möglich.

Mein kleiner Impuls für heute: Frag dich nicht: „Was sollte ich noch alles für meine Gesundheit tun?“ Sondern vielleicht einmal: „Was könnte ich heute weglassen, damit mein Körper ein bisschen mehr Ruhe bekommt?“