Heute mal was ganz Persönliches. Eine Sache, die mich gerade ziemlich beschäftigt, und ich habe einfach Lust, sie aufzuschreiben.
Ich mag Menschen wirklich gern. Ich mag Gespräche, bei denen man vergisst, auf die Uhr zu schauen. Ich höre gern zu und will wissen, was andere bewegt. Und ja, ich glaube auch, dass gute Verbindungen Türen öffnen können.
Was ich nicht mag, ist dieses strategische „Netzwerken“.
Du kennst das vielleicht: „Und was machst du so?“ – „Ach, spannend …“ – „Vielleicht können wir uns ja mal gegenseitig helfen.“ – „Wir sollten uns unbedingt mal vernetzen!“
Und noch während man redet, spürt man: Hier geht es gerade gar nicht um mich. Hier wird innerlich schon geprüft, was diese Bekanntschaft mal bringen könnte.
Genau da steige ich aus.
Ich möchte Menschen kennenlernen, keine Kontakte sammeln
Für mich ist ein Mensch kein potenzieller Kunde, kein Türöffner und keine Nummer im Handy, die irgendwann „nützlich“ sein könnte.
Versteh mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen Empfehlungen und nichts dagegen, dass Menschen miteinander Geschäfte machen. Im Gegenteil, ich finde es großartig, wenn aus einer echten Begegnung etwas entsteht. Eine Zusammenarbeit, eine Idee, vielleicht sogar eine Freundschaft.
Aber für mich zählt die Reihenfolge: Erst kommt der Mensch. Dann schauen wir, was daraus entsteht. Nicht andersherum.
Kaffee trinken, weil du jemanden kennst? Nein danke.
Wenn ich mich mit jemandem auf einen Kaffee treffe, möchte ich nicht im Hinterkopf haben: Wen kennt sie? Was könnte sie für mein Business tun? Das strengt mich schon beim Schreiben an. 😉
Ich will wissen: Wer bist du? Was begeistert dich? Worüber kannst du stundenlang reden?
Und wenn wir nach einer Stunde merken, dass wir nie zusammenarbeiten werden? Na und! Dann hatten wir eben ein richtig gutes Gespräch. Seit wann muss jede Begegnung einen wirtschaftlichen Nutzen haben?
So entstehen für mich die besten Netzwerke
Die wertvollsten Verbindungen in meinem Leben sind nie entstanden, weil ich gedacht habe: „So, jetzt netzwerke ich.“
Sie sind entstanden, weil Menschen sich mochten und Vertrauen gewachsen ist. Weil jemand sagte: „Du, ich kenne da jemanden, mit dem du unbedingt mal sprechen solltest.“ Oder weil ich an jemanden dachte und wusste: Diese beiden muss ich bekannt machen.
Ohne Gegenleistung. Ohne „Ich habe dir geholfen, jetzt bist du dran“.
Menschen unterstützen sich, weil sie es möchten. Nicht, weil sie gegenseitig Buch führen. Das ist für mich ein gutes Netzwerk.
Und ja, Business darf dabei entstehen
Ich bin Unternehmerin und möchte mit meiner Arbeit Geld verdienen. Ich freue mich über Empfehlungen und Kooperationen. Aber ich möchte dafür nicht jede Begegnung durch die Business-Brille betrachten, niemanden überzeugen müssen und keine Beziehungen pflegen, nur weil sie mir irgendwann etwas bringen könnten.
Ich möchte lieber interessant sein, weil ich etwas zu sagen habe. Nicht, weil ich gelernt habe, geschickt zu netzwerken.
Mein Fazit
Mein Netzwerk darf ein Nebenprodukt sein. Von echter Verbindung, von guten Gesprächen, von „Ich habe gerade an dich gedacht“. Und auch von Begegnungen, aus denen überhaupt nichts entsteht.
Vielleicht ist das kein besonders ausgeklügeltes Konzept. Aber es ist meins.
Ich mag Menschen. Ich mag nur dieses „Vielleicht können wir uns ja mal gegenseitig helfen“ nicht.
Wenn wir uns kennenlernen, dann lern mich kennen. Was daraus entsteht, überlassen wir einfach dem Leben. ❤️